Blue Flower

Herrenberger Akkordeonisten

Früchte der Arbeit jüngst eingeholt


VON RENATE MEHNERT

Herrenberg- Die Situation beim Akkordeonorchester Herrenberg ist nicht nur wegen der Streichung städtischer Zuschüsse erheblich schwieriger geworden - von 78 Mitgliedern im Jahr 2006 haben 25 den Verein verlassen. Doch die Verantwortlichen sind zuversichtlich. Das Fundament, die Jugendarbeit, wird auf veränderter Basis weitergeführt. Drei Jugendliche des Vereins gewannen 2006 bei Regionalwettbewerben Preise.
Der Vorsitzende Martin Röhm wurde deutlich: Schwierige Zeiten habe das seit 31 Jahren bestehende Orchester zurzeit zu überstehen - ihm gehören noch 27 aktive und 26 unterstützende Mitglieder und außerdem fünf Jugendliche an. Dieses Jahr sei ein massiver Mitgliederschwund vor allem bei Kindern und Jugendlichen wegen der gestrichenen Zuschüsse der Stadt für die Musikschul-Ausbildung zu verzeichnen. Röhm zeigte sich während der Versammlung aber an anderer Stelle auch zufrieden: Drei große Veranstaltungen - das Konzert in der Alten Turnhalle, der Musikschultag in der Herrenberger Altstadt oder der Jubiläumsball zum 30-jährigen Bestehen des Orchesters in Zusammenarbeit mit der Herrenberger Big-Band - seien erfolgreich gewesen. Gleiches gelte für die kleineren Auftritte im abgelaufenen Jahr. Im laufenden Jahr seien herausragende Termine das Konzert in der Aula der Theodor-Schüz-Realschule am 21. April und der Musikschultag am 14. Juli. Außerdem die Teilnahme am Akkordeon-Festival vom 17. bis 20. Mai in Innsbruck. In seinem Kassenbericht wies Frank Bessey auf die Auswirkungen zurückgehender Mitgliederbeiträge hin: „Wir werden nächstes Jahr ein Problem haben" prophezeite er. Die Beiträge des Vereins seien seit über zehn Jahren nicht erhöht worden. Als „positiv" hob Bessey den einmaligen Zuschuss der Stadt über 1000 Euro für Instrumente im Jahr 2006 sowie die Altpapiersammlung, die 17 Prozent der Gesamteinnahmen des Vereins ausmachte, hervor. Über die Jugendarbeit berichtete Röhm. Nicht nur in der musikalischen Früherziehung sei ein Mitgliederrückgang zu verzeichnen, auch bei den Jugendlichen gebe es „einen massiven Schwund". Gegenwärtig spielen im Jugendorchester 13 Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und 17 Jahren. Dennoch: Die Früchte der Aufbauarbeit sind bei Wettbewerben eingeholt worden. Der musikalische Leiter Dieter Dörrenbächer verkündete „einen Riesenerfolg" und gleich drei erste Preise beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert": Mario Reiter (9) errang mit 23 Punkten den ersten Platz. Der 16-jährige Patrick Reetz siegte in seiner Altersgruppe mit 21 Punkten. Die 13-jährige Jannika Reetz gewann mit 24 Punkten und darf am Landeswettbewerb in Stuttgart teilnehmen. Kaum Veränderungen gab es bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen: Röhm wurde für weitere zwei Jahre als Vorsitzender bestätigt, ebenso Frank Bessey als Kassenwart, Anja Biesinger und Silke Kripp als Beisitzerinnen. Sylvia Gaugel wird vorerst ein Jahr als Beisitzerin amtieren. Sie ersetzt Christian Dziobek, der nach über zehn Jahren Beisitzertätigkeit den Vorstand verließ.