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Das Akkordeonorchester Herrenberg feiert sein 25-jähriges Bestehen: Programm wird fleißig geprobt

Jubiläum mit konzertanter Folklore

Im "kleinen Rahmen" möchten sie ihr Jubiläum feiern, auch wenn die zahl, die vor diesem Wort steht, ein Grund ist, stolz zu sein: Seit einem viertel Jahrhundert gibt es das Akkordeonorchester Herrenberg. am Samstag, 12. Mai, um 20 Uhr findet das Geburtstagskonzert der Musikanten in der Alten Turnhalle in Herrenberg statt.


VON THOMAS MORAWITZKY
Und die Vorbereitungen für diesen Abend, sie laufen, wie könnte es anders sein, schon lange auf Hochtouren. Begonnen wurde mit den Proben für das Programm mit einer Länge von mehr als anderthalb Stunden erst im Januar. Andere Akkordeonvereine können sich während eines ganzes Jahres auf ihr nächstes Konzert vorbereiten - bei den Herrenbergern ist das dieses Mal nicht der Fall. Erstmals haben sie ihr Konzert im Jubiläumsjahr vom Herbst auf den Frühling verlegt, der letzte große Auftritt liegt also gerade erst wenige Monate zurück. Entsprechend fleißig wird nun am Repertoire gearbeitet. Dieter Dörrenbächer, Leiter des Orchesters, Lehrer an der Herrenberger Musikschule und selbst ein virtuoser Akkordeonkünstler, der schon bei vielen Soloauftritten überzeugte, übt mit seinen Schützlingen den Schwung ein, mit dem die Stücke am Samstag vor dem Publikum erklingen sollen.
Dörrenbächer ist der siebte Dirigent, der dem Orchester in den 25 Jahren seit seiner Gründungs vorsteht - und einer der diesen Posten nun schon am längsten innehat: Seit acht Jahren führt er die Herrenberger Spieler. Ganz zu Beginn, 1976, erzählt Vorstand Martin Röhm, war das Akkordeonorchester Herrenberg eine gemischte Truppe, der sogar mehrere Gittaristen angehörten, heute wird das Orchester von zwei Schlagzeugern unterstützt.
Konzertreisen als Höhepunkte
Zu den Höhepunkten in der Geschichte des Herrenberger Akkordeonorchesters gehören die zahlreichen Konzertreisen, die die Musiker im Laufe der Jahre unternommen haben: 1982 nach Israel, 1986 nach Ungarn, 1988 nach Hawaii, 1993 nach Spanien. Vor drei Jahren waren sie in Innsbruck zu Gast, wohin sie ihr Weg auch in diesem Jahr wieder führen wird, zum dortigen internationalen Akkordeonfestival. Heimische Höhepunkte waren die Kurt-Weill-Oper "Der Jasager" 1997 und das Musicalprogramm, mit dem sie 1999 auftraten und bei den "Sommerfarben" 2000 nochmals aufführten. Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich, dass einer ihrer Spieler, Jochen Graf, 1998 Bundespreisträger bei "Jugend musiziert" wurde. Auch er wird beim Jubiläumskonzert als Mitglied des ersten Orchesters zu hören sein.
Repertoire erweitert
Um einiges erweitert hat sich das Repertoire des Orchesters in den zweieinhalb Jahrzehnten seines Bestehens: Leichte Musik wie Polka oder andere Volkstümlichkeiten finden sich zwar noch immer darin, daneben aber auch avanciertere Stücke. So setzt sich das Jubiläumsprogramm des Orchesters ausschließlich aus konzertanter Folklore von größtenteils zeitgenössischen Komponisten zusammen, die sich ganz auf dieses Genre und dieses Instrument spezialisiert haben.
Den Auftakt bilden die "Minis", der Nachwuchs des Orchesters, Jungakkodeonisten zwischen sechs und zahn Jahren, die mit Auszügen aus den drei "Kleinen Feiermusiken" von Hugo Herrmann für die festliche Note zu Beginn des Jubiläumskonzertes sorgen. Erst seit vier Jahren gibt es die achtköpfige Mini-Band. Mit ihrem zweiten Stück geht sie auch schon los, die musikalische Rundreise: "Nächsten Sommer in Paris" ist sein Titel. Es folgt das Jugendorchester, elf Musikanten stark, das mit den zehn kleinen Stücken für Akkordeonorchester von Adolf Götz schon fast bukolisch-stimmungsvolle Töne anschlägt - so zumindest muten die Titel dieser Miniaturen an: "Die Rheinfahrt"; "Beim Wein"; "Beim Rübenessen"; "Im Sumpf".... Vor der Pause schwingt sich das Quintett des Akkordeonorchesters zu den Stücken "Celtic Contrast" und "Hava Nagila"auf.
Vorgeschmack auf "Sommerfarben"
Nach der Pause geht es weiter mit den Gästen des Orchesters, der Gesangsklasse der Herrenberger Musikschule, deren Titelauswahl wie ein Vorgeschmack auf das diesjährige "Sommerfarben" - Festival anmutet: Acht Solisten tragen altitalienische Lieder und Arien vor, darunter Werke von Komponisten wie Pergolesi, Scaratti und Mozart. Und schließlcih ist das 19-köpfige erste Orchester am Zug, mit Fritz Doblers Marsch "Divertimento", der die Zuhörer mit seinen Western-Anklängen in die neue Welt entführt und mit den "Dalmatinischen Tänzen" von Adolf Götz.