Blue Flower

Herrenberg: Akkordeonorchester wünscht sich mehr Nachwuchs

G 8 lässt Kindern nur wenig Freizeit

Die Generalversammlung des Akkordeonorchesters Herrenberg im Studio der Musikschule war eher spärlich besucht. Es bleibt fast alles beim Alten im Orchester, der Vorstand wurde durch Wahl bestätigt, nur die Instrumentenmiete erfuhr eine Erhöhung.


VON THOMAS MORAWITZKY

Bislang bezahlten Nichtmitglieder im Verein des Orchesters für Instrumente, die weniger als 250 Euro kosteten, eine Miete von fünf Euro, bei Instrumenten über diesem Anschaffungsbetrag eine Miete von zehn Euro. Diese wurde nun um jeweils 50 Prozent erhöht, so dass die Mieten nun 7,50 und 15 Euro betragen - ein zusätzlicher Anreiz für die Entleiher der Instrumente, dem Verein beizutreten. Der Vorsitzende Martin Röhm zog gegen Ende der Versammlung auch den Vergleich des Kassenstandes heute und vor 15 Jahren - aus 13 000 DM wurden rund 7 000 Euro - "Das spricht für die Entwicklung des Vereins". Was man mit dem "vielen Geld" nun anfangen solle, darüber hat man sich allerdings noch nicht geeinigt: Ein Ausflug nach Trossingen oder eine Weihnachtsfeier stünden zur Debatte.
Leicht gesunken ist die Mitgliederzahl des Vereins im Vergleich zum Vorjahr - 2010 hatte das Akkordeonorchester noch 63 Mitglieder, davon 37 Aktive, heute sind es nur noch 57, davon 31 Aktive. Dieter Dörrenbächer, der im Laufe des vergangenen Jahres Abschied von der Musikschule nahm und dem Orchester nun nur noch als Dirigent dient, wies zudem auf ein Missverhältnis hin, zwischen der Anzahl der Schüler, die derzeit das Akkordeon erlernen (mehr als 40) und der Tatsache, dass trotz allem keine ausreichende Besetzung für ein Jugendorchester zustandekommt: Schuld, erklärt er, sei der Druck, dem die Jugendlichen durch G 8 ausgesetzt seien - "Sie haben keine Zeit."

Erfolgreich im Landeswettbewerb

Eine erfreuliche Tatsache jedoch ist, dass beim Regionalentscheid "Jugend musiziert" in der vergangenen Woche zwei Herrenberger Schüler einen ersten Preis und eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb in Ulm erhielten.
Sorgen machten sich die Akkordeonisten um den Fortbestand ihrer Altpapiersammlung, die für sie eine wichtige Einnahmequelle darstellt - Gerüchte, diese solle eingestellt werden, konnte Röhm mit Verweis auf das Landratsamt entkräften. Die Altpapiersammlung gehört also nach wie vor zu den Punkten des Jahresprogramms des Orchesters - auch das Klassenvorspiel, dieses Jahr am 24. Februar, die Beteiligung am Musikschultag, der Bücherflohmarkt, der 2010 erstmals veranstaltet wurde. 2011 nun soll es auch einen Bowlingausflug nach Sindelfingen für Schüler und Eltern geben, das Konzert des 1. Orchesters und des Jugendorchesters gemeinsam mit dem Jugendsinfonie-Orchester der Musikschule wird am 29. Mai in der Stadthalle stattfinden. Am 3. April gastieren das 1. Orchester und Jugendorchester in der Dorfgemeinschaft in Deckenpfronn.
Einstimmig wurde Martin Röhm, der das Amt schon seit 18 Jahren innehat, als Vorsitzender des Vereins bestätigt, Anja Biesinger als Schriftführerin, Silke Kripp als Beisitzerin. Carolin Scheer-Walz übernahm das neu eingerichtete Amt einer zweiten Beisitzerin. Ehrungen gingen an Patrick Reetz für 15 Jahre aktive Mitgliedschaft, Claudia Däuble für 25 Jahre Aktivität, an Heinz Däuble, der seit 25 Jahren passiv mit dabei ist, und an Susanne Küfner, die seit 30 Jahren aktive Musikerin ist.